Der Elektrische Reporter zum Wahlkampf 2.0
Liebe Parteien der Bundestagswahl 2009, kopiert nicht, sondern lernt daraus:
Elektrischer Reporter – Web-Kampagne: Wähler-generierter Wahlkampf
Waffen töten keine Menschen, Computerspiele tun es.
Für Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble ist der Fall klar: Waffen töten keine Menschen, Computerspiele tun es.
In einer wenig differenzierten Stellungsnahme nennt er die "Killerspiele" als Auslöser des Amoklaufes von Winnenden und lehnt es ab den Waffenbesitz weiter einzuschränken. Dazu sagt er: "Wenn durch Killerspiele solche Mechanismen in jungen Menschen aktiviert werden: Machen wir von unserer Freiheit in Zeiten moderner Medien nicht einen zu exzessiven Gebrauch?" Dabei unterliegt er wieder dem Third-Person-Effekt und geht davon aus, dass mediale Einflüsse direkte Aktionen auslösen. Allerdings können Menschen sehr gut zwischen Fiktion und Realität entscheiden.
Natürlich ist nicht abzustreiten, dass mediale Einflüsse eine Rolle gespielt haben könnten. Aber Untersuchungen auf diesem Gebiet sind extrem komplex und sind immer im Kontext des sozialen Umfeldes zu betrachten.
Falls Herr Schäuble unüberlegt und schnell reagieren will, sollte er sich die Frage stellen: Wurden die Menschen in Winnenden mit einer Waffe oder einem Computerspiel getötet? Oder: Wenn Nunchakus verboten sind, weil damit Menschen verletzt oder getötet werden können, sollten dann nicht alle Waffen verboten werden?
Herr Schäuble steht in der Wahl die Waffen- und Schützenlobby gegen sich aufzubringen (Spendengelder + CDU-Wähler) oder die Computernerds (keine CDU-Wähler?) über einen Kamm zu scheren. Da er davon ausgeht, mit Computernerds keine CDU-Wähler zu vergraulen, hat er sich für die zweite Möglichkeit entschieden. Ob das klug war?
via tagesschau.de
Wird Deep Thought Wirklichkeit?
Der Physiker Stephen Wolfram kündigt eine neue und revolutinäre Suchmaschine an, die, falls sie hält was sie verspricht, endlich Konkurrenz für Google bedeutet.
Die Nutzer sollen der Suchmaschine konkrete Fragen stellen können und explizite Antworten erhalten, keine Auflistung von möglichen Antworten aus dritten Quellen. Stephen Wolfram sagt dazu: "I think it’s going to be pretty exciting. A new paradigm for using computers and the web. That almost gets us to what people thought computers would be able to do 50 years ago!"
Die Suchmaschine heißt, nicht ganz unbescheiden, Wolfram|Alpha und soll im Mai 2009 starten. Wobei allein schon das "Alpha" gewagt ist, nachdem jede Web 2.0-Anwendung stolz auf ihren "Beta"-Status ist.
Ich bin jedenfalls mal sehr gespannt und mißtrauisch. Oft erwarte ich keine Antwort, sondern suche nur Inspirationen oder weiß noch gar nicht was ich suche, wenn ich suche und suche nur, um zu erfahren was ich eigentlich suche.
Ob die Suchmaschine ein Flop, Deep Thought oder Skynet wird, werden wir bald erfahren.